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Segeltörn 2017

23.-24.07.17 – Anreise / Ankunft Kiel

Ursprünglich als Jugendausflug der Schützengilde Betzingen im Jahr 1991 ins Leben gerufen, kamen beim diesjährigen, dem 14. Segeltörn, die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Richtungen und Ländern.

Aus dem Schwabenland haben 2 Damen und 10 Herren die Anreise mit der Bahn gewählt.

Karin, Bettina, Bernd, Alexander und Ettore, ein Schweizer aus Balingen stiegen in Tübingen in den Regional Express, in Reutlingen kommen Hartmut, Werner, Thomas, Peter, noch ein Bernd und Organisator Klaus dazu.

In Stuttgart treffen wir auf Andreas, der in Stuttgart wohnt und auf Lisa, die bereits mit dem Zug aus München angereist ist.

Gemeinsam geht es durch die Nacht, um pünktlich um 5:50 Uhr in den Hamburger Hauptbahnhof einzufahren. Hier treffen wir auf Heidi aus Wien, die bereits am Vortag mit dem Flugzeug angereist war.

In Kiel angekommen wird in der Nähe des Bahnhofes erstmal gemütlich gefrühstückt, um dann mit dem Bus und einem kurzen Fußmarsch zur Blücherbrücke, dem Liegeplatz der Regina Maris zu gelangen.

Hier stoßen noch Berno und Diego aus Rostock, Orianna aus Aschaffenburg, Evelyn aus Bayern, Jessika aus Oststeinbek und Thomas aus Kiel dazu. Er hat die kürzeste Anfahrt und kommt mal kurz mit der Fähre.

Nachdem man sich begrüßt und etwas „beschnuppert“ hat, steht gleich die  erste gemeinsame Aufgabe an. Der bestellte Proviant für die nächsten 2,5 Wochen muss kontrolliert und auf dem Boot verstaut werden.

Auch der Weinlieferant ist pünktlich, sodass der Abfahrt nichts mehr im Wege steht.

Nach kurzer Begrüßung, Einweisung und Vorstellung der Crew, heißt es kurz vor Drei wieder einmal „Alle Leinen los und ein!“ und es geht hinaus in die Kieler Förde.

Zunächst noch mit Motor, da der Wind für uns etwas ungünstig bläst. Doch schon bald kommt das Kommando „Meine lieben Segelfreunde, die Segel müssen gesetzt werden.“ und jetzt sind alle Hände gefragt.

Aber auch in der Kombüse herrscht schon reges Treiben. Evelyn, Bernd, Andreas und Thomas die heutigen Backschafter, wie die Vorbereiter der Speisen auf Schiffen genannt werden, stellen das heutige Abendessen zusammen. Eine Reispfanne mit Fisch steht auf dem Speiseplan.

Um 20:30 Uhr wird dann der Anker fallen gelassen und kurz danach können wir uns das erste Menü der Reise schmecken und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Ankern heißt aber auch, es muss darauf geachtet werden, dass wir über nicht aus einen vorgegebenen Bereich hinaus treiben. Dazu wird eine aus 2 Personen bestehende Ankerwache eingeteilt, die sich alle 2 Stunden abwechselt. Je nach Wachtörnzeit, wird es für einige Teilnehmer wieder eine kurze Nacht.

25.07.17

Doch das reichhaltige Frühstück entschädigt für diese Entbehrung und Andy`s Spezialrührei steuert ein Übriges dazu bei.

Um 9:30 Uhr heißt es „ Anker auf“ und wir starten in Richtung der Insel Fehmarn, wobei die Küste auf Steuerbordseite immer in Sicht bleibt.

Der Wind frischt auf und es werden wieder Segel gesetzt. Doch leider aus der falschen Richtung, sodass diese nach kurzer Zeit wieder eingeholt werden müssen.

Kaum haben sich alle aus den Regensachen geschält, kommen die beiden Matrosinnen Gulia und Maatje, um uns mit dem Ruf „ Segel setzen“ wieder nach draußen zu holen. Großsegel, Schoner, Fock und Innenklüver werden wieder gesetzt und da es permanent regnet, merkt man bereits nach kurzer Zeit, wie wichtig gute Regenkleidung ist. Nun frischt der Wind noch weiter auf und bei einem heftigen Regenguss müssen die Segel schon bald wieder eingeholt werden.

Deshalb dann auch die Entscheidung von Skipper Martin den nächstgelegenen Hafen anzulaufen. Das ist die kleine dänische Hafenstadt Nysted, die ein paar von uns bereits in einem früheren Törn kennengelernt haben. Die Backschaftergruppe, unterstützt von Skipper Martin wird bereits beim Durchfahren eines großen Windparks und der schmalen Hafeneinfahrt aktiv, sodass wir kurz nach dem Anlegen um 16:50 Uhr die Lasagne mit grünen Salat genießen können.

Während sich Andy, mit Heidi, Orianna, Bettina, Evi und Alex die obligatorische Suche nach einem Bäcker aufnehmen, machen sich Jessika, Evelyn, Peter, Ettore, Lisa und Klaus auf den Weg, um sich das erste dänische Softeis zu gönnen.

Den Abend lassen wir dann in gemütlicher Runde in der Messe, dem Aufenthaltsraum auf dem Schiff, auslaufen und beim sich näher kennenlernen, stellt man fest, dass wir auch eine Konditorin unter uns haben. Diese wird natürlich gleich dazu überredet am nächsten Sonntag einen Kuchen zu backen. Nach mehreren Vorschlägen und Diskussionen, einigt man sich auf eine Donauwelle. Für das besondere Schmankerl am 2. Sonntag hat sich unsere Wiener Teilnehmerin Heidi dann bereit erklärt, einen Kaiserschmarrn zubereiten.

26./ 27.07.17

Da die Wettervorhersage nicht so gut ist, was bedeutet das mit viel Wind und Regen zu rechnen ist, wird beschlossen, den Tag gemütlich anzugehen und etwas später in Richtung Bornholm abzulegen. So wird die Zeit für eine kurze Sightseeing- und eine Einkaufstour genutzt. Doch das Wetter ist besser als die Prognose und es wird spontan beschlossen, doch schon etwas früher loszufahren. Die noch fehlenden Teilnehmer werden per Schiffshorn zurückbeordert und kaum sind alle an Bord geht es wieder los.

Es werden zwar gleich die Segel gesetzt, aber der Wind ist unter Land nicht so stark, sodass wir für die Ausfahrt den Motor zur Unterstützung benötigen.

Während sich ein Teil mit den Segeln beschäftigt, haben sich andere in der Messe um Matrose Job gesetzt, um ihm dabei zuzuschauen und sich erklären zu lassen, wie in Holland ein Brotteig zubereitet wird.

Sein gelernter Beruf ist Bäcker und so wird fleißig geknetet, um für das Frühstück am nächsten Morgen ausgestattet zu sein.

Kein Regen, aber auch wenig Wind haben wir auf der Fahrt in Richtung Bornholm. So werden zwar Segel gesetzt, aber wir benötigen wieder den Motor zur Unterstützung. Eine Nachtfahrt steht an und so müssen 4 Gruppen zu je 4 Teilnehmern für die Nachtwache eingeteilt werden, um die Crew zu unterstützen. Gegen Morgen werden dann auch die Segel wieder eingeholt und um 9:30 Uhr laufen wir in Tejn, einem kleinen Fischereihafen an der Nordspitze von Bornholm ein. Der Sommer zeigt sich auch wieder etwas mehr von seiner guten Seite und das obligatorische „Einlaufbier“ kann auf dem Mitteldeck eingenommen werden.

Landgang bis 19:00 Uhr ist angesagt und so verteilt man sich, um das kleine Dorf etwas näher kennen zu lernen. Natürlich wird auch nach einem Einkaufsladen und einem Bäcker Ausschau gehalten, um die immer wichtige Verpflegung sicher zu stellen.

Linsen mit selbstgemachten Spätzle und Saiten stehen heute auf dem Speiseplan, ein Gericht, dass auf keinem Törn der Betzinger Gilde fehlen darf. Wenn auch die Nichtschwaben ein wenig skeptisch sind, Bettina und Alex, die beiden Schwaben in der heutigen Kochgruppe haben alles und hier besonders die Spätzlespresse, im Griff und konnten alle von dem schwäbischen Nationalgericht überzeugen.

28.07.17

Strahlender Sonnenschein und Wind aus der richtigen Richtung erwartete uns am anderen Morgen.

Nach einem wieder einmal ausgedehnten Frühstück, musste das Schiff an eine Pier im inneren Hafen verlegt werden, um Diesel nachzutanken.

Doch dann ging es endlich los und wir verlassen um Halb Zehn den Hafen von Tejn in nordöstliche Richtung. Aber weit geht die Fahrt heute nicht. Die kleine Insel Christiansö in der Nähe von Bornholm wird als nächstes Ziel angesteuert. Diesen kleinen Hafen, in dem wir über Nacht auf dem Liegeplatz der Personenfähre anlegen dürfen, haben wir schon bei anderen Törns angelaufen. Nach dem Festmachen um 18:00 Uhr ist erst einmal Landgang angesagt, da die Küchencrew noch etwas Zeit für die heute eingeplante Lachslasagne benötigt.

Kurz nach 20:00 Uhr wurde dann zum „Backen und Banken“ wie das Essen fassen auf Schiffen heißt, gerufen und die knurrenden Mägen konnten endlich beruhigt werden. Um die Verdauung etwas anzuregen konnte entweder mit einem Fußmarsch die Insel erkundet, oder der Einladung zur Inselfete gefolgt werden. Den Absacker gab es dann wieder an Bord.

29.07.17

Um 10:00 Uhr kommt die Fähre, da müssen wir weg sein, so hatte uns Skipper Martin auf den heutigen Tag eingestimmt. Somit Frühstück um 8:00 Uhr. Diesmal waren neben dem üblichen Frühstücksbuffet  noch gekochte Eier oder auch Spiegeleier im Angebot. Um 9:15 Uhr wird dann der Motor gestartet und nachdem der Hafenmeister uns die Fußgängerbrücke dieses Mal leider nicht geöffnet hat, ging es rückwärts aus dem Hafen von Christiansö. Bei strahlendem Sonnenschein aber wenig Wind konnten zwar immer die Segel gesetzt werden, doch der Motor zur Unterstützung wird einmal mehr benötigt.

Etwas Sonne, etwas Regen, etwas Wind, so könnte man den heutigen Tag beschreiben.

Da die Fahrt in den späteren Abend hineingeht, wird schon während der Fahrt gegessen. Pizza mit verschiedenen Belägen und Salatbeilage stehen heute auf dem Speiseplan. Wieder einmal sind alle begeistert, was man auf einem Schiff so alles zubereiten kann. Zusätzlich haben wir noch das Glück, dass sich unter den Teilnehmern einige Hobbyköche befinden, die sich mit dem einen oder anderen Tipp einbringen können.

Gegen 20:30 Uhr erreichen wir Grönhögen, einen kleinen Hafen an der Südspitze der schwedischen Insel Öland.

Die Hafeneinfahrt ist zwar sehr eng, aber wie wir es von Skipper Martin gewohnt sind, lenkt er die Regina Maris geschickt um die Mole. Aufgrund einer leichten Unstimmigkeit zwischen Skipper und Matrose, wird aber die Kaimauer doch ein klein wenig touchiert.

Nach einem kleinen Rundgang durch den Ort, ist auch ein Kaufladen gefunden und so kann die Lieferung der Brötchen für den nächsten Morgen organisiert werden.

Um noch ein wenig gemütlich zusammenzusitzen, werden kurzerhand die auf der Pier stehenden Bänke zusammengerückt und erst ein kleiner Regenschauer bringt uns zurück an Bord, um den Tag gemütlich in der Messe zu beenden.

30.07.17

Die Brötchen werden pünktlich von Andy, Peter und Lisa angeliefert und so startet auch der Sonntag wieder mit einem ausgedehnten Frühstück. Danach geht der Motor an und wir verlassen um 10:15 Uhr, bei leichtem Regen den kleinen Hafen Grönhögen. Auch Segel sollen gleich gesetzt werden. Doch kurz nach der Hafenausfahrt ein Hilferuf von der Pier. Diego hatte noch Müll entsorgt und sich leider nicht beim Skipper abgemeldet. So wurde das gerade begonnene Segelmanöver abgebrochen und der Vergessene in einer gewagten Rettungsaktion über das Beiboot am Heck wieder an Bord gehievt.

Nun kann es los gehen und zwar in nördliche Richtung durch den Kalmarsund. Leider wieder unter Motorkraft, da der Wind zum Segeln nicht ausreichend ist. Gegen 13:00 Uhr kommt die Brücke, die die Insel mit dem schwedischen Festland verbindet, in Sicht. „Kommen wir da auch durch?“ so die bange Frage einiger Teilnehmer. Doch die Durchfahrtshöhe mit 42m reichte aus und weiter ging es, jetzt mit allen drei Großsegeln, der Fock und den beiden Klüversegeln, endlich einmal wieder ohne lästiges Motorengeräusch und mit knapp 6 Knoten rauschen wir an diesem Sonntagnachmittag weiter Richtung Norden. Pünktlich um 15:30 Uhr, wie es sich für einen Sonntag gehört, dann der Ruf über Oberdeck: „In der Kombüse kann Kuchen empfangen werden!“  Unter Anleitung von Konditorin Orianna wurde die versprochene Donauwelle zubereitet. Dann werden die Segel wieder eingeholt und um 17:30 Uhr machen wir in Borgholm, der größten Stadt auf der Insel Öland, fest. Die für heute eingeplanten Rindsrouladen mit Rotkohl und Salzkartoffeln sind noch nicht ganz fertig, sodass es noch die Möglichkeit gibt, sich ein wenig in der Stadt umzusehen. Gegen 19:00 Uhr ist es dann endlich soweit und wieder einmal wird ein geschmacklich hervorragendes Menü kredenzt. Teilnehmer und Crew sind begeistert.

Der Abend wird entweder mit Sightseeing, Eisessen an Land, einem Bier, oder einem gemütlichen Viertele an Bord verbracht.

31.07.17

Da der örtliche Bäcker erst um 9:00 Uhr öffnet, wird die Zeit zum Einkaufen und Ortsbesichtigungen genützt. Um kurz vor halb Elf verlassen wir den Hafen von Borgholm und schon gleich nach der Hafenausfahrt heißt es: „Segel setzen!“ und da der Wind zwar nicht sehr stark, aber immerhin aus der richtigen Richtung bläst, werden alle 3 Großsegel, die Fock und die Klüversegel gesetzt und es geht weiter durch den Kalmarsund in Richtung Visby, unserem diesjährigen Reiseziel.

Die Segel sind gesetzt und da uns heute auch die Sonne nicht im Stich lässt, kann die Zeit zum Sonnenbaden und Lesen an Oberdeck genützt werden. Doch auch in der Kombüse herrscht schon reges Treiben, denn die Backschaftercrew bereitet das heutige und auch schon das morgige Essen zu.

Bernd möchte die gute Sicht und das herrliche Wetter nützen und steigt dazu in den Großmast, um von dort auch ein paar Foto`s zu schießen. Insgesamt ein ruhiger Tag zum Relaxen bei leichtem Wind und wenig Seegang. Gegen Mittag wird nach kurzer Abstimmung zwischen Skipper und Organisator der eigentliche Plan, heute schon Visby anzulaufen, verworfen. Der Wind lässt immer mehr nach und wir würden Visby erst spät in der Nacht erreichen. So wird beschlossen den kleinen Hafen Byxelkrok fast an der Nordspitze der Insel Öland anzulaufen.

Schon beim Näherkommen kann man einen herrlichen Badestrand erkennen. Und da die Ankunft auf 17:00 Uhr und das Abendessen auf 19:00 Uhr geplant sind, wird beschlossen gleich nach dem Anlegen ein wenig Baden zu gehen. Aber wie schon so oft bei unseren Törns mit Skipper Martin kommt es wieder einmal ganz anders. Kaum haben wir festgemacht, müssen alle Leinen wieder eingeholt werden, da die Fähre, die die Insel mit dem schwedischen Festland verbindet, um 17:00 Uhr eintrifft und wir aufgrund unseres Tiefganges nur diesen Anlegeplatz im Hafen nehmen können. Unseren Plan einwenig baden gehen zu können kann aber dennoch ausgeführt werden. Kurz nach der Hafenausfahrt, aber noch in Strandnähe, wird der Anker geworfen und die Badeleiter auf der Backbordseite festgemacht. Die ganz mutigen stehen auch gleich in Badekleidung bereit, um sich in die Fluten zu stürzen. Einige können dann noch überzeugt werden, der Großteil findet es aber besser dem Treiben im Wasser nur zuzuschauen. Dann kommt der Ruf, “Alle wieder an Bord!“ und wir gehen Anker auf, um nun endgütig in Byxelkrok festzumachen. Bis zum Abendessen ist noch etwas Zeit für einen kurzen Landgang. Eine kleine Einkaufsmeile mit vielen kleinen Shops laden zum Bummeln, aber auch zum Einkaufen ein.

Wichtig natürlich auch wieder die Suche nach dem Bäcker. Ins diesem Fall ein kleiner Lebensmittelladen, bei dem die benötigten 50 Brötchen, zur Abholung am nächsten Morgen, schon mal geordert werden können. Der Abend wird noch einmal zur Erkundung der näheren Umgebung und zur Beobachtung eines herrlichen Sonnenunterganges genutzt.

01.08.17

Wie vorhergesagt, beginnt der Tag mit einem leichten Regenschauer und bewölktem Himmel. Die Einkaufscrew hat aber Glück, sodass Brot und Brötchen trocken und sogar noch ein wenig warm an Bord gebracht werden können. Die heutige Backschaftergruppe war schon fleißig und so konnte gleich mit dem Frühstück begonnen werden. Bereits während dem Frühstück heißt es wieder „Leinen los!“, denn wir müssen den Liegeplatz pünktlich um 10:00 Uhr für die eintreffende Fähre räumen. Wenn der Himmel auch noch bewölkt ist, Regen gibt es nur in leichten Schauern, die gegen Mittag ganz nachlassen. Doch leider haben wir gar keinen Wind mehr, sodass mal wieder nur per Motor gefahren werden kann. Für die Teilnehmer etwas langweilig, denn nach kurzer Zeit ist die Insel Öland nicht mehr in Sicht. Rundherum nur Wasser! Das bringt unseren Skipper auf die Idee, mal wieder das Oberdeck schrubben zu lassen.

Kurz nach dem Mittag dann doch noch der fast schon ersehnte Ruf „Segel setzen!“ Der Wind hat aufgefrischt und gedreht, es können alle 3 Großsegel, die Fock und der Innen- und Außenklüver gesetzt werden. Und schon geht es mit 7 Knoten in Richtung Insel Gotland, die schon am Horizont in Sicht kommt.

Um 16:40 Uhr legen wir in Visby, der Hauptstadt der Insel Gotland an. Nach 20 Jahren zum zweiten Mal, denn bei unserem 4. Törn im Jahre 1997 haben wir dieses historische Städtchen auf unserer Reise von Stockholm nach Kiel schon einmal besucht.

Während die Küchencrew mit der Zubereitung vom Abendmenü, Gyros mit Reis, Tsaziki und Krautsalat, beschäftigt ist, geht der Rest an Land, um die Stadt zu erkunden.

Skipper Martin, Uschi und Klaus mieten sich einen Roller, um am nächsten Tag eine kleine Inselerkundung zu starten. Dieser Roller wird dann auch zur Suche nach einem Bäckers und einer Einkaufsmöglichkeit genutzt.

Nach dem Abendessen genießen wir bei milden Temperaturen das Stadtleben und wieder einen herrlichen Sonnenuntergang.

02.08.17

Heute ist ein Hafenliegetag eingeplant. So machen sich nach dem reichhaltigen Frühstücksbuffet, die Rollerfahrer auf den Weg die Insel zu erkunden. Die beeindruckende Steilküste, ein kleiner Hafen im Süden der Insel und die Grotten nördlich von Visby sind das geplante Ziel. Ein anderer Teil der Gruppe hat sich für eine Stadtbesichtigung entschieden. 1 ½ Stunden lassen sie sich die historische Altstadt und die Geschichte von Land und Leuten aus den vergangenen Jahrhunderten näher bringen.

Am Nachmittag dann noch eine Einkaufstour mit den zwei Rollern, jeweils mit einer aufgeschnallten Gemüsebox. Hier bestätigt sich wieder einmal mehr, die Vielseitigkeit und der Einfallsreichtum unseres Skippers. Verschiedenes an Verpflegung, Getränken und Reinigung muss nachgeordert werden und so ziehen er und Klaus los, um das Notwendige zu besorgen.

Zum Abendessen treffen sich alle wieder an Bord. Seelachsfilet im Bierteig, mit Röstkartoffeln und Wirsing stehen heute auf dem Speiseplan. Anschließend ist wieder Landgang angesagt. Das obligatorische Eis ist hier in Visby ein besonderes Hightlight, denn in der Eisdiele am Hafen, kann unter fast 300 verschiedenen Geschmacksrichtungen ausgesucht werden. Da pro Kopf 1 bis 5 Kugeln bestellt werden, fällt die Entscheidung dabei sehr schwer. Aber auch die Abwicklung bei der Bestellung läuft nicht wie gewohnt. Um den Andrang der sehr vielen Eisbegeisterten geordnet in den Griff zu bekommen, zieht man eine Nummern die dann aufgerufen wird.

So geht auch dieser Tag vorbei und wir lassen ihn in gemütlicher Runde an Bord ausklingen.

03.08.17

Schnell noch die Brötchen für das Frühstück besorgen, denn die Roller müssen um 8:00 Uhr zurückgebracht werden. Nach dem Frühstück, legen wir um 10:00 Uhr ab und verlassen, heute mit einer etwas getrübten Stimmung, den Hafen von Visby.

Hintergrund hierfür, ab jetzt geht es wieder in Richtung Süden, also zurück nach Hause und somit dem Ende des Törns entgegen.

Aber die Rufe unserer beiden Matrosinnen: „Segel setzen!“, bringt uns in die Realität zurück.

Nach kurzer Zeit sind wieder alle 3 Großsegel, die Fock und die beiden Klüversegel gezogen und bei mittlerer Windstärke aus Süd-West geht es hinaus in die offene See. Wer nicht mit Segelziehen beschäftigt ist, kann auf der Steuerbordseite eine Korvette der schwedischen Marine bei verschiedenen Manövern beobachten und auch unsere Fotografen sind fleißig dabei, alles im Bild festzuhalten.  Aus der Kombüse kommt einem ein leichter Knoblauchgeruch entgegen. Berno hat noch schnell Shrimps besorgt, die er mit einer Knoblauch-Majo-Soße und Brot als kleinen Mittagssnack anbietet.

Danach ist ein wenig ausruhen angesagt. So wird die Zeit mit Gesellschaftsspielen, Lesen, einem kleinen Nickerchen in der Koje oder auf den Eckbänken in der Messe genutzt.

Doch dann frischt der Wind auf und es zeigt sich wie wichtig das Wegräumen, bzw. gute Sichern von Gläsern und Becher ist. Bei extremer Schräglage kommen diese schnell ins Rutschen und in der Messe wird nach Handfeger und Schaufel gerufen. Bei leichtem Regen frischt der Wind immer mehr auf und der Außenklüver muss eingeholt werden. Bei diesem Wind und der Schräglage eine schwierige Aufgabe für Lisa, Karin und Bernd, die sich bereit erklärt haben, dass Segel wieder fachgerecht einzupacken.

Doch der Wind bläst zwar stark, aber leider aus einer für uns ungünstigen Richtung, so das wieder mit Motorunterstützung gefahren werden muss.

Dafür ist die Krängung nicht mehr so extrem und die heutige Kombüsencrew kann sich schon einmal mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigen.

Frikadellen, mit Röstkartoffel und Bohnengemüse steht heute auf dem Speiseplan.

Der Anker fällt dann um 20:40 Uhr auf  Position 57°27,2562`N / 16° 43,0234`E und da es in Strömen regnet, muss das wieder einmal sehr schmackhafte Essen in der Messe eingenommen werden.

Eine Ankerwache ist zwischen 23:00 und 7:00 Uhr notwendig und für je zwei Teilnehmer pro Wache, heißt es eine Stunde Wache schieben. Die Einteilung dazu geht dann noch einigermaßen organisiert über die Bühne. Aber bei der Diskussion über das notwendige Backen von Brot und Brötchen, wer was macht und wann, zeigt dann doch, dass man schon fast zwei Wochen auf engem Raum zusammen ist und manche doch an die Grenze ihrer Anpassungsfähigkeit kommen.

Doch nach kurzer Zeit und einem klärenden Gespräch sitzen wieder alle gemütlich in der Messe zusammen.

04.08.17

Nach einer ruhigen Nacht werden wir vom Duft frisch gebackener Brötchen geweckt. Der vorhergesagt Sonnenschein ermutigt ein paar Hartgesottene zu einem Morgenbad. Zwar ist das Wasser mit 16 bis 17 Grad noch recht frisch, nach ein paar Schwimmbewegungen hat man sich allerdings schnell an die Temperatur gewöhnt und einer Schiffsumrundung steht nichts mehr im Weg. Außerdem hat man sich den Respekt der restlichen Mannschaft und natürlich das Frühstück verdient. Gleich danach gehen wir „Anker auf“ und da der Wind schon gut bläst, gehen auch die Segel wieder hoch. Leider nicht ganz optimal für uns, deshalb vorerst noch mit Motorunterstützung. Das sollte auch den ganzen Tag so bleiben. Guter Wind, aber aus Süden, also genau aus der Richtung in die wir fahren müssen. So werden die Segel wieder heruntergelassen und es steht ein weiterer „Motortag“ an. Zum Glück bleibt es aber entgegen der Vorhersage trocken mit nur leichter Bewölkung, sodass wir uns an Oberdeck aufhalten können. Die Zeit wird mit Lesen, Spielen und interessanten Unterhaltungen, sowie Diskussionen über Dies und Das verbracht, was noch mehr zum näheren Kennenlernen untereinander beiträgt.

Backen ist bei dieser ruhigen See ebenfalls möglich, das nützen Ettore und Matrose Job aus, um uns mit frisch gebackenem Broten zu überraschen. Und da man ja sowieso nicht viel zu tun hat und Seeluft bekanntlich hungrig macht, sind die ersten beiden Brotlaibe entweder mit süßem oder herzhaftem Belag im Nu auch wieder verzerrt.

Am Nachmittag wird das heutige Kochteam wieder aktiv und kann bei relativ ruhigem Schiff das Abendessen vorbereiten.

Heutiges Ziel ist die Stadt Kalmar an der Ostküste des schwedischen Festlandes.

Dort legen wir um 16:40 Uhr an. Kaum ist das Schiff fest und der Motor aus, kommt der schon ersehnte Ruf aus der Kombüse: „Essen ist fertig!“. Pasta mit Schinkensahnesoße und Parmesan stehen heute auf dem Speiseplan. Daneben werden verschiedene Salate, unter anderen ein Artischocken-Mais Salat angeboten. Nach dem einmal wieder leckeren Abendmahl geht man auf Stadterkundung. Altstadt, Domkirche und das Kalmarer Schloss sind ein lohnendes Ziel. Ein Fahrradrennen durch die Stadt ist ein zusätzliches Highlight und das obligatorische Eis darf natürlich auch nicht fehlen.

05.08.17

Heute muss die Einkaufscrew erweitert werden, da verschiedene Artikel für die noch ausstehenden Essen beschafft werden müssen. Evi, Hartmut und Peter haben sich Klaus angeschlossen und mit einem gefüllten Einkaufswagen und zwei prall gefüllten Einkaufstaschen geht es zurück an Bord.

Da der Wind immer noch aus der für uns falschen Richtung kommt, ruft Skipper Martin nach dem Frühstück zu einer kleinen Lagebesprechung an Oberdeck. Bis Montag soll die aktuelle Windrichtung aus Süd-Südwest bleiben, sodass wir heute erst um 13:00 Uhr ablegen und so noch etwas Zeit für Stadt- und Museumsbesichtigung bleibt.

Ein Teil der Gruppe schließt sich Skipper Martin an, um das historische Schifffahrtsmuseum zu besichtigen. Diese Entscheidung war nicht verkehrt, da er natürlich über das notwendige Wissen  der nautischen Navigationsvorrichtungen und Werkzeuge verfügt, wie sie früher auf Segelschiffen verwendet wurden. Aber auch die Besucher vom Dom waren beeindruckt von der Architektur, der Ausstattung und den drei Orgeln. Außerdem haben sich alle Dombesucher mit Schiffsnamen im Gästebuch eingetragen.

Dann heißt es wieder “Leinen los“ und es geht in südöstlicher Richtung hinaus in den Kalmarsund. Gleich nach der Hafenausfahrt dann wieder der Aufruf: „ Meine lieben Segelfreunde, die Segel müssen gesetzt werden!“ Nach kurzer, aber intensiver Arbeit, sind Groß- und Schonersegel, die Fock, der Innen- und Außenklüver gesetzt. Leider geht es wieder nur mit Motorunterstützung, da wir zu hoch am Wind fahren und nur unter Segel nicht genügend Vortrieb bekommen würden.

So geht es, bei leichter Schräglage nach Backbord, mit 5-6 Knoten unserem heutigen Zielhafen entgegen. Welcher es genau wird ist noch nicht ganz sicher und so widmet man sich, der zweitwichtigsten Tätigkeit an Bord, dem Essen. Reste vom Vortag, Brot mit Wurst und Käse, Müsli, Obst. Eigentlich alles was man so findet, wird zusammengestellt und entweder in der Messe oder an Oberdeck verzerrt. Doch die Wellen nehmen wieder etwas zu und so gibt es die einen oder anderen „grünen“ Gesichter und die Sitzbänke in der Messe werden mehr als Ruheplätze, als für das Essen fassen benötigt.

Nach einem für mache zu unruhigen Seetag legen wir um 16:45 Uhr in dem kleinen Hafen Degerhamn auf Öland an. Wobei Hafen etwas übertrieben ist, im Grunde ist es nur ein Anlegeplatz bei einem Zementwerk. Trotzdem zieht gleich eine kleine Gruppe los, um die Umgebung zu erkunden, während das Kombüsenteam bei den letzten Vorbereitungen für das Abendessen ist.

Putengeschnetzeltes mit Curry-Ananas, Mais und Reis kommen bei Teilnehmer und Crew wieder sehr gut an und der Hinweis auf dem Kochrezepte: „Die Gerichte können natürlich durch eigene Kreationen verändert werden, sofern sie zur Geschmacksverbesserung führen!!“, wird reichlich Gebrauch gemacht. Nachdem der Hafen nicht viele Alternativen bietet, wird der Abend mit Spielen und mit „Klönschnak“, wie es im Norden heißt, verbracht. Dann kurz nach 22:00 Uhr wird nach Skipper Martin gefragt. Der Hafenmeister kommt an Bord und nach kurzer Diskussion dann die Aufforderung, dass wir den Liegeplatz verlassen müssen. Die Pier, die auch wir für nicht sehr Vertrauens erweckend angesehen haben, ist nicht zum Anlegen freigegeben. Also Motor an und das Schiff auf die andere Seite der Zementfabrik verlegen.

Hierbei gestaltet sich das Ablegen durch den immer noch heftigen Wind, sehr schwierig. Doch nach ein paar Minuten und einigen maritimen Tricks unseres Skippers, schaffen wir es, verholen an eine andere Pier und können uns dann wieder dem gemütlichen Teil des Abends widmen.

06.08.17

Das Abholen der bestellten Brötchen ist durch das Verholen am Abend etwas schwieriger geworden. Waren es gestern noch 2-3 Minuten bis zu dem Hotel bei dem diese bestellt wurden, ist es nun etwa eine halbe Stunde Fußmarsch, da die eingezäunte Zementfabrik komplett umgangen werden muss. So machen sich Peter, Andy und Klaus auf den Weg zu einem ausgedehnten Morgenspaziergang. Kompliment hierbei an Andy, hatte er doch heute Morgen auch schon eine halbe Stunde Joggen mit Berno hinter sich gebracht. Die zweite Überraschung dann bei der Übergabe der Brötchen. Durch Klaus bestellt waren 50 Brötchen verschiedener Sorten. Vorbereitet leider nur eine Sorte, die waren aber bereits mit Schinken und Käse belegt. Ob hier der Besteller oder der Ausführende nicht eindeutig gehandelt hat, lies sich nicht mehr nachvollziehen und war jetzt auch nicht wichtig. Als wichtiger stellte sich die Frage, wie wir mit der Box, die leider nicht in unsere Standard Brötchenabholtasche passte, zurück zum Schiff kommen. Noch einmal eine halbe Stunde zu Fuß wollten sich die drei mit der Box eigentlich nicht antun. Außerdem wartete der Rest der Crew ja auf das Frühstück. Das Ansprechen eines Hotelbesuchers brachte dann die Lösung. Er chauffierte uns mit samt unserer Fracht zurück zum Boot. Also wieder einmal der Beweis, wie wichtig die Kommunikation mit der Bevölkerung ist. Unser kleines Dankeschön in Form einer Flasche Wein, nahm er natürlich gerne entgegen.

Pünktlich um 10:00 Uhr, gleich nach dem etwas verspäteten Frühstück, lässt Martin wieder den Motor an und es geht los in Richtung schwedisches Festland. Ein Ritt auf den Wellen erwartet uns heute, denn der kräftige Gegenwind aus südwestlicher Richtung bläst zwar sehr stark, aber aus der Richtung in die wir fahren müssen. So wird der Plan mal wieder kurzerhand umgestellt und ein Ankerplatz zwischen den Inseln südlich von Karlskrona gesucht. Ankern und schönes Wetter am Ende der Reise bedeutet auch Grillen und Party an Oberdeck. Und wie bei jedem unserer Törns hat sich auch Neptun, der Herr der Meere wieder angemeldet, um den Neulingen ihre Seetauglichkeit abzunehmen.

Auf 56° 06`N und 15° 45` E heißt es dann „Lass fallen Anker!“

Während die heutige Backschaftercrew das Abendessen vorbereitet, sind andere damit beschäftigt das Mitteldeck für den Besuch von Neptun herzurichten. Der erscheint dann auch und alle Neulingen, also die, die noch nicht mit uns auf der Regina Maris gesegelt sind, müssen paarweise vor dem Herrn der Meere niederknien. Aus einem Topf der mit Seewasser gefüllt ist, müssen nur mit dem Mund zehn Korken herausgefischt werden. Der Sieger bekommt ein Gläschen vom guten Tropfen aus Neptun`s  Tampenflasche, der Verlierer ein Glas voll Seewasser. Zum Schluss erhalten dann alle Mitfahrer und auch die drei Matrosen Maatje, Gulia und Jop eine Urkunde über die Teilnahme an diesem Törn. Neptun verabschiedet sich, wünscht der Crew und dem Schiff noch weiterhin eine gute Fahrt und steigt wieder hinab in die Tiefen des Meeres. Der Grill wurde zwar aufgebaut, doch die dafür notwendige Holzkohle konnte trotz intensiver Suche der gesamten Crew leider nicht gefunden werden. Dann müssen wir Fleisch und Würstchen eben in der Pfanne braten, so die Aussage von Skipper Martin. Unser heutiger Chefkoch Berno legte dann auch gleich los und nach kurzer Einweisung über die verschiedenen Salate von Salatbuffetchefin Bettina lässt man es sich schmecken.

Nach dem Abendessen werden die Lautsprecher auf dem Mitteldeck aufgebaut. Bei flotter Musik kommt auch gleich Partystimmung auf. Zuerst zwar zögerlich, aber dann immer häufiger, wird um den Großmast herum auch das Tanzbein geschwungen. So geht es bis kurz nach Mitternacht, wobei die Standfesten noch den aufgehenden Vollmond und einen beeindruckenden Sternenhimmel beobachten können.

07.08.17

Ein herrlicher Morgen mit Sonnenschein und blauem Himmel erwartet uns. Wieder Grund für ein paar Hartgesottene zu einer Baderunde rund um das Schiff. So erfrischt schmeckt das Frühstück doppelt gut und so langsam kommt auch der Rest der Mannschaft aus der Koje.

Um 9:42 Uhr geht es Anker auf Richtung Karlskrona, einer Stadt im Süden von Schweden.

Doch zunächst, leider wieder nur unter Motor, durchfahren wir die traumhafte Schärenlandschaft im Süden des schwedischen Festlandes.

Karlskrona erreichen wir dann um 12:40 Uhr und bis zum Abendessen, heute stehen Crepes mit Pilsragout auf dem Speiseplan, besteht die Möglichkeit für eine kleine Stadtbesichtigung.

Zuvor aber noch eine kurze Information von Skipper Martin über die Planung der nächsten beiden und somit letzten Seetage. Da der Wind in der Nacht auf eine für uns günstige Richtung drehen soll und wir dann die Möglichkeit haben, eine längere Strecke unter Segel zu fahren, wollen wir den Hafen gleich nach dem Abendessen verlassen und die komplette Strecke nach Warnemünde durchfahren. Das bedeutet, neben Sightseeing, ist auch wieder Shopping angesagt, denn für das letzte Abendessen und die beiden noch anstehenden Frühstücke fehlen uns noch ein paar Zutaten.

Zudem müssen die Wachen für die Nacht und den morgigen Tag bis ca. 22:00 Uhr eingeteilt werden. Vier Stunden Wache, acht Stunden Freizeit. Auf drei Wachgruppen verteilt, halten sich diese für anstehende Segelmanöver bereit. Kurz nach der Hafenausfahrt werden dann auch gleich Groß- und Schonersegel gesetzt. Die nächsten Stunden jedoch noch mit Motorunterstützung.

08.08.17

Die Wache zwischen 00:00 und 04:00 Uhr zieht noch die Fock, die beiden Klüversegel und den Besan. Also mit fast kompletter Besegelung geht es durch die Nacht. Die nächste Wachgruppe von 04:00 bis 08:00 Uhr erlebt dann bei einem strahlenden Vollmond voraus, gegen 05:00 Uhr nicht nur einen beeindruckenden Sonnenaufgang Backbord achteraus, sondern auch das Abschalten vom Motor. Jetzt sind nur noch der Wind und das Rauschen der See zu hören, segeln pur und so geht es bei Windstärke 3-4 Warnemünde entgegen.

Um 11.23 Uhr wird die schwedische Nationalflagge gerefft und die Deutsche gehisst. Wir sind wieder in heimischen Gewässern und da der Wind noch ein wenig aufgefrischt hat, kann unser geplante Ankunftszeit bei einer Geschwindigkeit von bis zu 9 Knoten, von 22:00 auf 20:00 Uhr vorgelegt werden. Doch eine steife Brise bedeutet auch etwas mehr und vor allem höhere Wellen. Da ist das Laufen an Oberdeck nicht mehr ganz so einfach und auch für das Kombüsenpersonal ist beim Kochen und Braten höchste Konzentration angesagt. Doch alles klappt, nichts geht zu Bruch und sogar Bordbäcker Ettore kann aktiv werden und gegen Nachmittag riecht es dann wieder überall nach frisch gebackenem Brot.

Die aktuelle Wachgruppe muss aktiv werden, denn der Flieger wird eingeholt. Der Besan muss ein wenig dichter geholt werden. Viel Muskelkraft ist hierbei gefordert, aber nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ ist diese Aktion schnell gemeistert. Auch die nun schon routinierte Crew für die Arbeiten im Klüvernetz hat den Flieger wieder schnell und vorbildlich verpackt und zur Belohnung gibt es frisch gebackenes Brot in der Messe.

Backbord querab kommt nun auch die deutsche Küste in Sicht. Der Wind nimmt etwas ab und es wird ein wenig wärmer, was bei den Freiwächtern zu einer Runde Rummy, oder einfach nur zum Lesen und Relaxen an Oberdeck genutzt wird. Das für den Autopiloten charakteristische Geräusch ist auf einmal nicht mehr zu hören. Ein Blick zum äußeren Steuerstand zeigt den Grund, Alexander hat das Ruder übernommen und steuert uns unter der Anleitung von Gulia und gelegentlichen Hinweisen von Skipper Martin die Küste der Halbinsel Darß entlang.

In der Kombüse hat die heutige Kochcrew die Arbeit aufgenommen, Rindergulasch mit Semmelknödel und Salat stehen heute, dem letzten Abend auf See, auf dem Programm. Küchenchefin Evi hat ihre Männer fest im Griff und regelt trotz kleinerer Probleme wegen dem etwas unruhigen Untergrund souverän die Organisation rund um das heutige Menü.

Das Ergebnis konnte sich wie immer nicht nur sehen, sondern auch essen lassen und so gab es auch für dieses letzte Menü unseres Törns ein großes Lob der gesamten Mannschaft.

Kurz danach, genauer gesagt um 20:30 Uhr machen wir im Warnemünder Jachthafen Hohe Düne, neben dem ebenfalls holländischen Dreimaster Swaensborgh fest. Eine Jugendgruppe, die ebenfalls einen Segeltörn hinter sich hat und auch nach Rostock zur Hanse-Sail möchte, hat hier als Mannschaft angeheuert.

Nach dem Anlegerbier ruft Bettina alle auf dem Mitteldeck zusammen. Im Namen der Gruppe dankte sie Organisator Klaus für seine Bemühungen zu diesem Törn, verbunden mit der Bitte, dass es nicht der Letzte sein sollte. Als kleines Dankeschön übergab sie ihm ein paar Spezialbiere aus Schweden und einen Trinkbecher mit Deckel. Dieser ist dazu gedacht, dass ihm zukünftig weder auf See, noch auf dem Land das Bier auslaufen sollte.

Den Abend lies man bei angenehmen Temperaturen an Oberdeck auslaufen. Es wurde dann auch ganz lustig und wohl auch etwas zu laut, was uns gegen später noch eine kleine Rüge unseres Nachbarschiffes einbrachte.

09.08.17

Zum letzten Frühstück an Bord wurde dann noch einmal alles aufgefahren, was zur Verfügung stand. Da wir heute nicht mehr segeln werden, wird nach dem Frühstück bereits mit dem Deckspülen durch die Crew und dem Zusammenpacken der nicht mehr benötigten Segel- bzw. Regenkleidung durch die Teilnehmer begonnen. Das Ablegen Richtung Rostock wird auf 13:00 Uhr festgelegt, so hat man noch genügend Zeit für einen kleinen Spaziergang oder einem Ausflug mit der Fähre nach Warnemünde. Bereits um 11:00 Uhr möchte die neben uns liegende Swaensborgh ablegen, sodass auch wir kurz den Motor starten müssen, um dann direkt an der Pier festzumachen.

Wegen einer kleinen, kulinarisch bedingten, Verzögerung von unserem Skipper, legen wir etwas später wie geplant vom Sportboothafen Hohe Düne ab. Bei herrlichem Sonnenschein geht es unserem Zielhafen Rostock entgegen. Für die Teilnehmer eine sehr entspannte Fahrt, denn Segel werden keine mehr gezogen. Nur in der Kombüse herrscht noch einmal reges Treiben. Heidi hatte uns am Anfang der Reise einen echten Wiener Kaiserschmarrn versprochen und der wird nun unter ihrer Anleitung hergestellt. Ob mit karamellisierten, oder in Rum eingelegten Rosinen, mit Apfelmus, oder einfach mit Puderzucker wird dieser österreichische Leckerbissen gerne angenommen. So noch einmal durch die Kombüsencrew verwöhnt, erreichen wir am frühen Nachmittag nach 17 Tagen und 777 Seemeilen den Hafen von Rostock.

Hier wird schon überall fleißig gearbeitet, um sich auf die Hanse-Sail vorzubereiten, die hier in den nächsten 4 Tagen stattfinden wird.

Beim Anlegemanöver dann ein für die Region ungewöhnlicher Ruf von der Pier: Ja Klaus, send`r au do!!“ Familie Winter, aktuell im Urlaub an der Müritz, lies es sich nicht nehmen uns zu begrüßen.

Für unsere Rostocker Mitstreiter Berno und Diego steht der Abholdienst ebenfalls auf der Pier. Nach einer kurzen Bootsbesichtigung, werden die beiden von der Crew und den andern Teilnehmern herzlich verabschiedet. Jedoch nicht bevor das obligatorische Gruppenfoto mit Teilnehmern und Crew gemacht wurde. Auch Orianna geht schon heute von Bord und wird von den beiden noch zum Bahnhof gebracht. Alle anderen haben noch die Möglichkeit sich die bereits eingetroffenen Traditionssegler aus verschiedenen Ländern anzuschauen und den beeindruckenden Mastenwald zu bewundern. Immer mehr Schiffe und Boote treffen ein und werden mit einem Böllerschuss begrüßt.

Zum Abendessen, das am letzten Abend wegen den bereits begonnenen Aufräumarbeiten nicht mehr an Bord eingenommen werden kann, treffen wir uns in der Braugaststätte „Zum alten Fritz“. Auch der Besuch von diesem urigen Lokal ganz in der Nähe unseres Liegeplatzes hat schon etwas Tradition, wenn wir unseren Törn in Rostock beenden.

Am Abend dann noch ein letztes Treffen an Bord, um sich offiziell von Skipper Martin, seiner Frau Uschi und den Matrosen/innen Maartje, Gulia, und Job zu verabschieden und ihnen für einen wieder einmal beeindruckenden und unvergesslichen Segeltörn zu danken. Zwar kam der Wind nicht immer aus einer für uns günstigen Richtung und waren die Temperaturen für größere Badeaktionen und Wasserspiele nicht ganz optimal, erlebten wir wieder herrliche Sonnenauf- und -untergänge, sowie eine Vollmondnacht. Die Neulinge unter uns lernten eine Menge über das Segel ziehen und reffen, die Navigation auf Segelschiffen und dass das Zusammenleben auf engem Raum nicht immer ganz einfach ist.

Den Abend lies man dann noch in gemütlicher Runde ausklingen und das eine oder andere besondere Erlebnis noch einmal Revue passieren.

10.08.17 / Abreise Rostock

Noch einmal, wenn auch kurz, die Übernachtung in einer Koje. Gleich nach dem Aufstehen und dem letzten Reinschiff, dann die endgültige Verabschiedung von Skipper und Mannschaft.

Nach kurzem Fußweg und einer Fahrt mit der Rostocker Tram ging es zum Bahnhof, um sich dort noch mit einem kleinen Frühstück zu stärken und für die Bahnfahrt zurück in die Heimat gerüstet zu sein.

Hier dann auch ein Tschüß an Thomas und Jessika, die von hier nach Kiel bzw. Oststeinbeck einen anderen Zug nehmen müssen. In Hamburg steigen Heidi und Lisa aus. Heidi fliegt von hier zurück nach Wien und Lisa fährt mit einem anderen Zug zurück nach München.

Als nächste verlässt uns Evi, die in Göttingen aussteigt. Für die „Südländer“ geht es dann zunächst bis Mannheim weiter. Dort sollten wir eigentlich in einen ICE nach Stuttgart umsteigen. Der hat aber laut Auskunft des Zugführers über eine Stunde Verspätung, sodass wir unseren geplanten Anschluss von Stuttgart nach Tübingen nicht erreichen werden. Deshalb wird kurzerhand umdisponiert und eine längere Pause in Mannheim eingelegt, um dann mit einem späteren IC zu fahren und der bringt uns sogar direkt bis nach Tübingen. Alle sind einverstanden, entfällt doch so in Stuttgart der nicht ganz einfache Transport vom Gepäck beim Umsteigen.

In Plochingen verlässt uns Peter, der von hier den besseren Nachhauseweg hat.

Reutlingen ist für Bernd, Werner, Hartmut, Thomas und Klaus der Zielbahnhof. Die Fahrkarte komplett ausgenutzt wird dann noch von Karin, Bettina, Bernd und Ettore, die bis nach Tübingen fahren, wobei Ettore noch weiter nach Balingen muss.

So geht auch der 14. Segeltörn der Schützengilde Betzingen zu Ende. Zusammenfassend kann man sagen, dass er wegen der unterschiedlichen Herkunft der Teilnehmer wieder einmalig war. Aufgrund der Begeisterung der neuen Teilnehmer und den wieder einmal höchstzufriedenen „alten Hasen“ wird es wohl nicht der Letzte bleiben.                                                                                                                               

kmt

Segeltörn 2015

Von 20. Juli bis 05. August 2015 ist es wieder so weit.

Auf der Regina Maris in 2 1/2 Wochen von Kiel über die Ostsee bis nach Rostock. Dort findet ab 6. August die Hansesail statt.

Sollte der Wind es zulassen, soll der Hafen von Oslo angelaufen werden.

Interessenten können sich bei Klaus-Michael Tront informieren und anmelden.

 

Information über die geplante Route und die Regina Maris

Segeltörn 2013

Von 12. bis 24. August 2013.

ging es auf der Regina Maris von Rostock über die Ostsee, durch den Nord-Ostseekanal bis nach Hamburg.

Segeltörn 2011

 

Wenn auch nun schon zum elften Mal so war die Vorgabe 20 Jahr Segeltörn Schützengilde Betzingen diesmal etwas Besonderes. Wer hätte geglaubt, dass bei der ersten Ausfahrt im Jahr 1991 dieser Event einen so langen Bestand haben könnte? Doch jede Fahrt in Ost- oder Nordsee und teilweise beides hatte seinen besonderen Reiz und animierte zum Wiederholen. So wurde auch die jetzige zehntägige Ausfahrt ab Kiel wieder mit Spannung erwartet.

Diesmal wieder mit der Anreise per Zug und Versorgungsfahrzeug wurde der Dreimast-Gaffelschoner „Regina Maris“ mit Kapitän Martin Duba am frühen Morgen übernommen. Nach Verladen von Gepäck und dem vor Ort angelieferten Verpflegungsmaterial hieß es bald Leinen los und für die 31-köpfige Crew im Alter von vier bis 73 Jahren ging es vorbei an Holtenau, Ehrenmal Laboe durch die Kieler Förde hinaus in die Ostsee. Nach einer kurzen Einweisung über Sicherheit, Leben an Bord und Segel setzen durch Matrose Wessel Weddigen, der an diesem Tag seinen 17. Geburtstag feierte, wurden auch umgehend bei leichter Brise die ersten Segel gesetzt. Bald lud das Wasser zum Baden ein, die Segel wurden eingeholt und der Anker gesetzt. Alt und jung vergnügte sich in der nicht allzu warmen See, aber auf der Matratze im Schlepp des Beibootes, von Kapitän Martin gnadenlos gesteuert, wurde es jedem warm, bis er im hohen Bogen im Wasser landete.

Durch die Hebebrücke ging die Fahrt dann weiter zum ersten Anlegen in Kappeln, für einige aus früheren Törns schon bekannt. Mit Landgängen zum Museum, Einkaufen und Bummel in der Hafengegend wurde der Abend und Vormittag verbracht, ehe es weiter ging, wiederum mit schlechtem Wind (flau und falsche Richtung) Richtung Insel Baagoe. Eine Panne mit Riss des Bandes an der Ankerbremse ließ den Kapitän kalt. Mit den vorhandenen Möglichkeiten wurde geschweißt und geschliffen – und es funktionierte wieder!

Unter Rah- und Schonersegel und sanfter Fahrt wurde dann Middelfart an der Insel Fünen angesteuert. Nach Geburtstagsständchen für Leah (14) und einer Bildershow von Martin von der viermonatigen Karibikausfahrt eines Schulprojektes im Jahr 2009 führte die Fahrt tags darauf durch die neue Kleine-Beltbrücke (Ny Lilleboeltsbro) unter Segel bei Windstärke drei bis vier und acht Knoten Fahrt zügig voran bis zur Einfahrt nach Bogense. Alle Neulinge an Bord verkrafteten den Seegang und das erstmalige Schaukeln an Bord großartig. Der Hafen von Kerteminde wurde als nächstes Ziel angesteuert. Selbstverständlich wurde das Steuer des öfteren an die Gäste, ob jung oder alt, übergeben. Und alle meisterten es mit Bravour und Stolz. Nach dem Ablegen und beim Setzen der Segel wurde plötzlich festgestellt – der Flieger, vorderstes Segel am Klüverbaum, hat einen großen Riss. Reparatur war wieder angesagt. Ausbau des Segels, Transport auf Deck und sorgsames Flicken unter Anweisung des Kapitäns war nun an der Reihe. Kerstin Winter und Friedemann Rupp erledigten dies mit Stichel und Nadel im sorgfältigen Zick-Zack-Stich bravourös. Das Segel hielt den ganzen Törn problemlos.

Vor dem neuerlichen Anlegen musste zweimal der Kurs gewechselt werden, da kein Anlegeplatz im Hafen frei war. So wurde der Anlegesteg des Schlosses Waldemar (Valdemars Slot) auf der Insel Tasinge angesteuert und die Zwischenzeit des Anlegens des Personenschiffes „Helge“ ausgenützt. Neben der wunderschönen Schlossanlage mit Museum war auch das Städtchen Troense unweit der Anlegestelle und dortige Hafenanlage lohnende Wanderziele der Crew-Mitglieder. Trotzdem führte die Fahrt weiter Richtung Insel Aero. Vorbei an der Stadt Svendborg unter der knapp über dem Hauptmast führenden Autobahnbrücke hindurch wurde am Südufer der Hafen von Marstal erreicht. Schon am frühen Mittag war die Backschafter-Crew aktiv. Galt es doch, ein viergängiges Geburtstagsmenü vorzubereiten. Der seit Jahren als Gastseglerin mitfahrende Hjördis Wurr aus dem hohen Norden war dies zu ihrem 40. Geburtstag gewidmet. Zwei Vorspeisen, als Hauptspeise Lammkeule und ein leckerer Nachtisch stand auf der Speisekarte. Als Überraschung kamen Eltern und Bruder des Geburtstagskindes an Bord. Ein würdiges Geburtstagsfest folgte bis in die Nacht.

Aber auch hier hieß es wieder Abschied nehmen. Bald nach dem Ablegen in Richtung Langeland wurde eine Gewitterfront gestreift. Teils stürmischer Wind und immer wieder Regenschauer bestimmten diesen Abschnitt, der nach dem Kreuzen mit zwei großen Tankern und einem Kreuzfahrtschiff südöstlich von Insel Fehmarn in Großenbrode endete. Unter starkem Seitenwind waren die Künste von Kapitän Martin beim Anlegen im Yachthafen gefordert. Diese flauten auch tags darauf nicht ab, so dass ein Auslaufen nur unter Schwierigkeiten hätte absolviert werden können. Der schöne Strand und flotte Starkwindsurfer sorgten auch bei dem verlängerten Aufenthalt für Kurzweil. Wegen stürmischer Winde musste der Grillabend in die Kombüse verlegt werden. Auch eine Freundschaft wurde geschlossen. Die mitfahrende siebenjährige Franziska „fand“ ihr Boot – eine Holzyacht mit dem Namen Franziska aus Hamburg.

Da es nun schon wieder auf den Abschied zuging und Skipper-Frau Uschi mit Kindern wegen zu Ende gehender Schulferien Richtung Hamburg abreisen mussten, wurde die Abschiedsparty etwas vorverlegt. Völlig platt waren dabei Martin und Uschi über das Geschenk der Crew anlässlich der 20 Jahre Segeltörn mit Martin. Der Neu-Hamburger Klaus-Michael Tront, wiederum hervorragender Organisator der Veranstaltung, hatte in Zusammenarbeit mit seinem Schwiegervater Bernhard Fallenbacher die Regina Maris im Maßstab 1:100 bis ins kleinste Detail nachgebaut. Glasgeschützt in einem Rahmen fand Martin sofort ein Plätzchen in der Messe, wo es tags darauf bereits angebracht war. Das Fläschchen „Schiffsdiesel“ schenkte der Kapitän sogleich zur Kostprobe an alle aus.

Die letzte Fahrt dieses Törns ging dann von Großenbrode bei immer noch lebhaftem Wind und teils starken Schauern in Richtung Zielhafen Rostock. Nun konnten auch die Neulinge erleben, wie es auf rauer See manchmal abgeht, und gar mancher hatte seine Probleme mit dem unruhigen Schiff und dem Wellengang. Trotzdem waren dann die ankommenden Großsegler zur Hanse Sail beim Einlaufen in Warnemünde und durch die Warnow nach Rostock für alle ein Augenschmaus. Im Stadthafen reihten sich dann Segler an Segler und Traditionsschiffen - bei nachlassendem Regen dann Fotomotive an Masse.

Nach dem Abendessen in Rostock, einer letzten Übernachtung an Bord und Verladen des Gepäcks kamen die nun seetauglichen Flachländer mit der Bahn über Hamburg, Frankfurt, Stuttgart wohlbehalten und um viele Erlebnisse reicher in Reutlingen an mit der Vorfreude auf einen vielleicht weiteren Törn in zwei Jahren.

Fritz Pfingsttag

 

 

20 Jahre Segeltörn (1991-2011)

Ein besonderes Highlight jährt sich 2011 bei der Schützengilde Betzingen zum 20. Mal. Was im Jahre 1991 als Jugendausflug durch den damaligen Jugendleiter Klaus-Michael Tront zum ersten Mal organisiert wurde, hat sich im Laufe der Jahre zu einem Törn entwickelt, bei dem alt und jung , Mitglieder und Nichtmitglieder, Freunde und Bekannte gemeinsam an einem Strang, bzw. an den Tampen ziehen, wie es in der Seemannssprache heißt.

1991

Der erste einwöchige Törn wurde auf dem Dreimastgaffelschoner Albert Johannes, ( Im Bild oben rechts ) einem sogenannten Plattbodenschiff durchgeführt. Die Bundesbahn brachte die Jungschützen der Gilde nach Kiel, dem Start und Zielhafen dieser, für die meisten Teilnehmer, ersten Seereise. Nach der Einweisung durch den Skipper Martin Duba, hieß es gleich „Leinen los“ und in Höhe des Marine Ehrenmales bei Laboe, wurden bereits zum ersten Mal die Segel gesetzt. Kein Motorgeräusch, nur der Wind und die, an die Bordwand schlagenden Wellen, waren zu hören. Der Wind gibt uns die Richtung vor, gab Skipper Martin seine Devise bekannt. Und so ging es zunächst nach Norden in Richtung Dänemark und durch den kleinen Belt. Abends wurden die Segel eingeholt und man lief einen der vielen kleinen Häfen in der sogenannten Dänischen Südsee an. Die 5 Tage waren schnell vergangen und es ging durch den großen Belt zurück in Richtung Kiel. Für den letzten Abend hatte sich Neptun, der Herr der Meere angekündigt. Nach einer Woche Segel setzen und reffen, Seile aufschießen, Deck schruppen und die Einweisung in Navigation und Wetterkunde, sollte auf der vor Anker liegenden Albert Johannes eine letzte Prüfung vor den Augen Neptuns stattfinden. Diese wurde auch von allen Teilnehmern bestanden und so konnten Sie aus seiner Hand eine Urkunde entgegennehmen, auf der ihnen bestätigt wurde, dass sie sich ab sofort nicht mehr als Landratte bezeichnen lassen müssen. Das am Ende einer Reise notwendige Groß-Reinschiff, artete dann schnell in die auch bei den kommenden Törns immer mit Begeisterung durchgeführte Wasserschlacht aus. In Kiel angekommen, wurde die restliche Verpflegung in den bereitstehenden LKW verladen und es ging mit der Bahn und mit vielen neuen Eindrücken zurück in die Heimat. Bei einem Bilderabend im Schützenhaus ließ man sich dann den Törn noch einmal Revue passieren und kam zu dem Entschluss, so etwas wieder einmal durchzuführen.


1993

Dieser Entschluss wurde dann im Jahre 1993 in die Tat umgesetzt. Doch dieses Mal nicht mit der Albert Johannes, sondern mit der neuen, im Jahre 1992 von Skipper Martin Duba aus einem ehemaligen Fischerboot umgebauten ,Regina Maris - der Königin der Meere. Wieder für eine Woche und wieder war Kiel der Start- und Zielhafen des Törns. Von den begeisterten Erzählungen der Teilnehmer aus dem ersten Törn neugierig geworden, waren jetzt nicht nur Jungschützen dabei. Die etwas größere Regina Maris hat Platz für insgesamt 36 Personen und war mit 34 Teilnehmern fast komplett ausgebucht. Die beiden restlichen Kojen wurden für die Verpflegung genutzt, die ja bei jedem Törn mitgebracht werden musste. So ist es auch immer wieder notwendig jeden Tag für alle Teilnehmer und der Crew, die in der Regel aus dem Skipper und einem Matrosen besteht, das Essen zuzubereiten. Frühstücken, wie in einem Hotel, kann man jeden Morgen in der Messe, dem Aufenthaltsraum des Schiffes. Je nach Plan und Rezept wird dann am Abend im Hafen oder auch vor Anker, von der für diesen Tag eingeteilten Gruppe gekocht. Mindestens ein Gericht mit selbstgedrückten Spätzle ist Pflicht, aber auch Brot wurde schon gebacken. Und bei Nachtfahrten darf natürlich der Mittelwächter, das Essen bei Wachwechsel nicht fehlen. Diese Nachtfahrten sind besonders bei klarem Himmel ein beindruckendes Erlebnis. Der Sonnenuntergang, wenn der große runde Feuerball im Meer versinkt, ein Blick auf einen nicht von künstlichem Licht beeinträchtigten Sternenhimmel, der für uns doch sehr seltene Anblick der Milchstraße und natürlich der Sonnenaufgang, soweit man es zu dieser frühen Stunde schon wieder geschafft hat aus der Koje zu klettern. Hier kommt immer wieder Begeisterung auf und mit dieser Begeisterung auch schnell die Entscheidung beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Auch beim 2. Törn hatte sich Neptun, der Herr der Meere angekündigt, um den neuen noch nicht getauften Teilnehmern, die Seetauglichkeit mit einer Urkunde zu bescheinigen. Nach der Wasserschlacht, dem Großreinschiff und dem „Allemanns-Manöver“, dem Verladen von Gepäck und der restlichen Verpflegung wurden alle von Skipper Martin und seinem Bootsmann in die heimatlichen Gefilde zurück geschickt. Wird es einen dritten Törn geben, so die Frage der Teilnehmer und interessierten Besucher ein paar Wochen später beim Bilderabend im Schützenhaus?

1995

Es gab ihn und er sollte eine bleibende Erinnerung für Fritz Riehle werden. Sein 40. Geburtstag lag in der Zeit des geplanten Törns. Ein Geburtstag auf See, für einen waschechten Schwaben doch sehr außergewöhnlich. Begleitet von Frau, Sohn, Schwager und Schwägerin und weiteren 26 Schützen-Kameradinnen und Schützenkameraden sollte dieser Geburtstag in den dänischen Gewässern gefeiert werden. Bis dahin gab es wie immer viel zu organisieren, wollten wir doch dem Geburtstagskind auch kulinarisch etwas Besonderes bieten. Anreise und Einweisung war für viele der insgesamt 31 Teilnehmer ja schon fast Routine und die Neuen konnten von der Erfahrung der „Schon-mal-dabei-gewesenen“ profitieren. So waren Segel setzen und einholen schon fast Routine und von Skipper Martin oder Matrose Joschi gab es nur kleinere Korrekturen und Hinweise.
Der Festabend wurde dann nicht in einem Hafen, sondern vor Anker auf Position 54°49`30“ N und
10° 22`30“ O mit einem 4 Gänge Menü eröffnet. Eine Champignon-Creme-Suppe wurde als erstes serviert, gefolgt von der Vorspeise, einer Honigmelone mit geräuchertem Schinken. Der Hauptgang war dann selbstverständlich typisch schwäbisch. Ein Zwiebelrostbraten mit handgedrückten Spätzle und verschiedenen Salaten ließen die ferne Heimat für diesen Abend vergessen. Schoko – und Vanille-Pudding die als Nachtisch kredenzt wurden, rundeten das für Laienköche hervorragend zubereitete Menü passend ab. Aber auch Skipper Martin ließ es sich nicht nehmen, etwas Besonderes zu bieten. Ein feuerspuckender Skipper hoch oben im Hauptmast, sorgte nicht nur beim Geburtstagskind für Staunen und Beifall. Die bei völlig abgedunkeltem Schiff vorgeführte Einlage wurde dann mit einem Kopfsprung in die Ostsee abgeschlossen. Alle hatten sich auf der Seite, auf der Skipper Martin abgetaucht war eingefunden, um sein Auftauch zu sehen, waren aber völlig baff, als dieser an der anderen Bordwand wieder auf das Boot kam. Diese außergewöhnliche Aktion, die vergangenen Tage auf See und viele andere Themen wurden dann beim anschließenden Fest ausgiebig diskutiert und dabei natürlich immer wieder auf unseren Fritz angestoßen.


1997

Es gab diesen vierten Törn und er sollte wieder etwas Besonderes werden. Dieses Mal kam die Anfrage von Skipper Martin an Klaus Tront, ob die Gruppe Interesse an einem Törn hätte, der in der schwedischen Hauptstadt Stockholm starten und wiederum in Kiel enden sollte. Diese Strecke kann aber nicht in einer Woche bewältigt werden und so wurde der erste zweiwöchige Törn gebucht.  War bisher der Transport, mit einem LKW der freundlicherweise immer von der Fa. Möbel-Center zur  Verfügung gestellt wurde eigentlich problemlos, so stellte sich für den Organisator die Frage, wie bekommen wir alles nach Stockholm. Der LKW stand wieder zur Verfügung und es fanden sich auch zwei Fahrer. Fritz und Schwager Helmut hatten sich bereit erklärt, diese Strecke mit Essen und Getränken einmal quer durch Deutschland, Dänemark und Schweden bis in den Hafen von Stockholm zu übernehmen Nach der Verladung von Gepäck und Verpflegung durch die Teilnehmer, die die Anreise mit der Bahn bewältigt hatten, wurden die Fahrer Jürgen Müller und Tobias  für die Rückfahrt nach Kiel verabschiedet. Jedoch nicht bevor ein Bild vom BMC-LKW vor dem Stockholmer Schloss geschossen wurde. Verpflegung verstauen, Kojen verteilen, Einweisung, Segel setzen, für die Teilnehmer die bereits das 4. Mal dabei waren, schon Routine, aber und auch die Neuen fanden sich schnell zurecht und wurden schon am 2. Tag von der herrliche Landschaft der schwedischen Schären in ihren Bann gezogen. Hier bot sich natürlich das Ankern in einem der Schären an und bei Sonnenschein und langen Tagen, wurde abends und manchmal auch schon morgens noch vor dem Frühstück ausgiebig gebadet. – Etwas weiter draußen, trotz ruhiger See kam plötzlich Bewegung ins Schiff. Auf dem Achterdeck hatten Skipper Martin und Klaus, die von Fritz mitgebrachte Tontaubenwurfanlage aufgebaut. Wurftaubenschießen auf hoher See, eine besondere Herausforderung auch für Sportschützen, die es eigentlich gewohnt sind ein ruhiges Ziel vor sich und vor allem einen festen Untergrund unter sich zu haben. Aber die eine oder andere Tonscheibe wurde dann doch vor dem Auftreffen auf dem Wasser getroffen.
Der Hafen und die mittelalterlich wirkende Stadt Visby auf der Insel Gotland, waren ein weiterer Höhepunkt dieser Reise, aber auch eine Nachtfahrt, bei der kurz nach dem Sonnenuntergang schon wieder der Sonnenaufgang folgte.  Ein Erlebnis, dass wir „Südländer“ nicht so oft erleben können. Neu waren ja auch die 2 Wochen, die man in den 4er Kabinen miteinander auskommen musste. Gegenseitige Rücksichtnahme war gefragt und wenn es einmal Unstimmigkeiten gab, wurden diese mit ein paar klärenden Worten und einem gemeinsamen Glas, schnell aus dem Weg geräumt. Und da es nicht immer nur schönes Wetter gibt und die Ostsee auch einmal ungemütlich werden kann, lies sich der eine oder andere, das zuvor mit viel Engagement zubereitete Essen auch schon mal wieder durch den Kopf gehen. Dieses, meist leichte Unwohlsein ging aber schnell vorbei und nach einer kurzfristigen Menüumstellung auf Zwieback, konnte der- oder diejenige den Törn und auch das nächste Essen wieder voll genießen. Doch auch 2 Wochen gehen irgendwann zu Ende und nach einem Grillabend in einem kleinen dänischen Hafen, dem Besuch von Neptun und der Wasserschlacht war man sich einig, der nächste Törn kommt bestimmt und er wird wieder über 14 Tage gehen.

1999

Schützen aus Gächingen hatten sich diese mal in die Teilnehmerliste eingetragen.  Eigentlich sollte es durch den Nord-Ostseekanal in Richtung Nordsee gehen, aber wegen schlechtem Wetter auf der Nordsee war das nicht möglich. Ziel war nun die schwedische Stadt Göteborg, die wir durch den großen Belt anfahren wollten. Wehte zunächst noch eine steife Brise, so ließ diese aber schnell nach und wir mussten zum Teil mit Motorantrieb laufen. Dieses, für Segler doch sehr unangenehme Geräusch, wurde dann von Diskjockey Markus mit fetziger Musik über die Oberdeck-Lautsprecher übertönt. Der Wind frischte dann auch wieder auf und wir konnten bis zum Sonnenunter- bzw. Mondaufgang unter voller Besegelung laufen. Kein Frühstück ohne frische „Weckla“, so unsere Devise. Und wenn die Bäckerei etwas weiter vom Hafen entfernt liegt, schnallt man sich eben die mitgebrachten Inliner unter und hat die Strecke in kürzester Zeit zurückgelegt. So auch Kerstin und Marc an dem Morgen, an dem sie für die Organisation des Frühstückes eingeteilt waren. Profitiert hat davon auch Rona, die Tochter von Skipper Martin und seiner Uschi, da sie in ihrem Kinderwagen zu diesem Ausflug mitgenommen wurde.
Klaus und Klaus konnten wir für diesen Törn leider nicht gewinnen, aber mit Martin und Martin hatten wir auch ein Duo, dass mit Schifferklavier und Gesang an so manchem Abend für zünftige Seemannstimmung sorgte.
Auch die sportliche Betätigung, bei Seefahrern ja nicht gerade beliebt, kam nicht zu kurz. Ein ausgedehnter Ausflug mit ausgeliehenen Fahrrädern sorgte wieder einmal für Abwechslung.
Der am nächsten Tag wieder auffrischende Wind, sorgte nicht nur für ein schnelles Vorwärtskommen.
Manch einer hatte Probleme das ausgiebige Frühstück über den Mittag zu retten. Doch auch diese „üble“ Zeit ging vorbei und bei wieder etwas ruhigerer See legte Bäcker Hans mit Assistentin Kerstin in der Kombüse richtig los und wir konnten im August, mitten zwischen den dänischen Inseln einen zünftigen Mutscheltag einlegen. Das eigentliche Ziel, die schwedische Stadt Göteborg, konnten wir nach den vielen heftigen Stürmen nun nicht mehr erreichen. So wurde die kleine Insel Anholt als Ziel und einem, für viele sehr wichtigen, Ruhetag ausgeguckt. Bei 28° und herrlichem Sonnenschein, wurde diese kleine Insel für uns der zeitliche Wendepunkt dieser Reise. Bei ausgedehnten Spaziergängen und verschiedenen Strandspielen bereiteten wir uns auf die anstehende Rückreise vor. Frühes Ablegen in Richtung Süden war am Montagmorgen angesagt. Die See war ruhig genug um einmal wieder die Wurftaubenschiessanlage aufzubauen und unsere Schiesskünste unter Beweis zu stellen. Doch auch das Großreinschiff stand wieder auf dem Plan. Doch dieses Mal gab es einen besonderen Anlass das Boot sauber herzurichten. Eine Verlobung sollte es sein. Am 1. September 1999 auf Position 55°30`88“ Nord und 9°41`177“Ost gaben Kerstin und Marc ihre Verlobung bekannt.
Zu der sich auch Neptun in die Reihe der Gratulanten eingereiht hatte, um dann anschließend den neuen die Seetauglichkeit zu bescheinigen.
Dies alles sorgte bis zum Einlaufen in Kiel für viel Gesprächsstoff. Doch auch die Bundesbahn leistete ihren Beitrag zu diesem auch wieder unvergesslichen Törn. Nach vielen Ausfällen und verspäteten Zügen war eine Weiterfahrt von Stuttgart nach Reutlingen nicht mehr möglich, sodass wir diese Strecke mit Taxis zurücklegen mussten.


2001

Mit insgesamt 53 Teilnehmern, 42 aus RT und 11 aus Rostock – 2 Boote Regina Maris und die aus dem ersten Törn bekannte Albert Johannes – Ein einmaliger Versuch, der leider nur Abends bestehende Kontakt untereinander und die von uns gewohnte Einigkeit konnte mit den Teilnehmern aus Rostock leider nicht gelebt werden, so hatte man nicht nur mit Wind und Wetter, sondern auch mit den Eigenarten der Gäste aus Rostock zu kämpfen hatte. Ein Lob an bei diesem Törn an Fritz und die „Jungen der Gilde“ die mit dem Vorsatz: „Nur gemeinsam sind wir stark!“ diese Herausforderung gemeistert haben.
Mit Start in Kiel geht es immer wieder in Sichtkontakt mit der Albert Johannes Richtung Osten. Die Insel Bornholm und die vorgelagerte kleine Insel Christinasö sind unser Ziel. Bei den Begegnungen kommt es selbstverständlich immer wieder zu erbitterten Wasserschlachten zwischen den beiden Besatzungen. Das Wetter lädt aber auch zum Baden ein und so wird der Anker heruntergelassen und anschließend ausgiebig geschwommen. Der Befehl „Anker lichten“ war schnell gesagt, aber das Hochkurbeln der etwa 60m lange Ankerjette der Albert Johannes, nahm dann schon etwas mehr Zeit in Anspruch. Neben dem nun schon traditionellen Tontaubenschiessen, daß natürlich nur auf der Regina Maris durchgeführt werden konnte, wurde immer wieder Sichtkontakt zur Albert Johannes gesucht und auch die Häfen wurden gemeinsam angelaufen. Eine besondere Beobachtung konnte auf der Regina Maris gemacht werden. Eine Windhose wanderte in Sichtweite vorbei und streift mit heftigem Hagel und Regen die Albert Johannes. Mit der Aussage, da blieb kein Haar trocken, kann man den Zustand der dort mitfahrenden Crew, eindeutig beschreiben. Aber auch das ging, um Glück ohne größere Verletzungen vorbei und nachdem in Darßer Ort beide Schiffe nebeneinander festgemacht hatten, zeigte sich wieder einmal Neptun und hatte bei diesem Törn eine Menge Arbeit um alle „Landratte“ zu taufen.

2003

In diesem Jahr starteten wir am 11. August in Rostock nach der Hansesail. Bei diesem Törn gab der Wind gleich zu Beginn die Richtung vor. Westwind und immer noch mehr Westwind brachten uns nach Warnemünde immer weiter nach Osten. Das Vorgeben der Richtung beim Segel ziehen, kam in diesem Jahr von einer jungen Dame. Die israelische Matrosin Hadas Simon hatte in dieser Saison bei Skipper Martin angeheuert und gab uns scharmant, aber klar und deutlich die Anweisungen zum Segel setzen und Segel bergen. Vorbei an Darßer Ort um die Insel Rügen herum erreichten wir unseren erster Hafen, die alte Hansestadt Stralsund. Da uns der West- bzw. Südwestwind weiterhin treu blieb, ging es am nächsten Tag weiter Richtung Osten. Vorbei an Peenemünde, hinein in die Peene bis zu dem kleinen Städtchen Wolgast. Doch bevor wir im Hafen festmachen konnten, mussten wir erst warten, bis die Klappbrücke über die Peene geöffnet wurde, um die Regina Maris mit ihren hohen Masten zu passieren zu lassen. Auch der folgende Tag brachte in Sachen Windrichtung nicht neues und so kam die Frage, bzw. Feststellung  vom Skipper: „In Stettin ward ihr doch eigentlich auch noch nicht!“ Gesagt getan, bzw. gesegelt. Am 6. Tag liefen wir, vorbei am polnischen Segelschulschiff in Stettin ein. Nach dem Abendessen, es gab übrigens Maultaschen in der Brühe, wurde dann ausgiebig die Stadt erkundet. Bei der Rückfahrt am nächsten Tag durch das Stettiner Haff nach Swinemünde kam ein wenig Hoffnung auf, dass der Wind drehen würde. Doch der tat uns den gefallen nicht, frischte sogar noch etwas auf und brachte uns bei hohem Seegang und hart am Wind an die Südspitze von Schweden. Entlang der Küste ließ der Wind etwas nach er drehte jetzt auch etwas, sodass unser nächstes Ziel die dänische Hauptstadt Kopenhagen angesteuert werden konnte.
Auch hier war wieder ausgiebiger Landgang und zusätzlich dänisches Softeis satt angesagt.
Zurück ging es dann über Dragör, Klintholm, Nysted und Heiligenhafen nach Kiel. Doch auch bei dieser Fahrt kam Neptun zu Besuch und konnte einmal mehr den Schwaben die bei gutem Wind und zum Teil heftigen Wellen erworbene Seetauglichkeit bestätigen. Zur Erinnerung an den Törn mit den Schwaben, wurde Matrosin Hadas noch ein großes Glas Schokocreme, die sie in diesen 2 Wochen fast ausschließlich gegessen hatte, überreicht. Sie würde man wohl nicht mehr so schnell wiedersehen, bei Skipper Martin und seiner Uschi wären es höchstens 2 Jahre, so Klaus bei seiner Verabschiedung.

2005


So sollte es dann auch kommen und es sollte wieder ein Törn mit vielen neuen Eindrücken für die Teilnehmer werden. Und die waren in diesem Jahr zum Teil noch sehr jung. Ihre Eltern waren zum Teil beim ersten Törn auf der Albert Johannes als Freund und Freundin dabei gewesen. Gestartet wurde in diesem Jahr in Amsterdam, dem Heimatort von Skipper Martin, da die Regina Maris dort an der traditionellen Sail teilgenommen hatte. Doch nicht er sollte uns in den nächsten beiden Wochen über die Nord und Ostsee schippern, sondern sein Vertreter Gauke mit seiner Partnerin Marja waren bei diesem Törn dabei. Schon die Anfahrt mit dem Bus war ja etwas Neues für uns. Doch die Auslaufparade am Montag an der viele große Dreimaster teilgenommen haben, brachte nicht nur unsere Jugend ins Staunen. Mit diesen Eindrücken ging es dann hinaus in die Nordsee, entlang den Westfriesischen Inseln, mit einem Zwischenstopp auf der Insel Terschelling, weiter an den Ostfriesischen Inseln Richtung Helgoland. Wer von der Nord- in die Ostsee möchte, um den langen, oft sehr stürmischen Weg über das Skagerrak zu vermeiden, wählt den bequemen Weg durch den Nord- Ostseekanal. So auch wir und somit wieder etwas Neues bei einem Törn. In Kiel wurde dann die Mannschaft zum Teil ausgetauscht. Aber nicht weil sie sich nicht anständig benommen hatten, sondern, weil sie für 2 Wochen doch noch etwas zu jung waren. So stiegen die Eltern mit ihren Kindern aus und ein paar Interessenten, die sich auch einmal ein wenig Seeluft um die Nasen blasen lassen wollten stiegen zu. Mit den 13 Teilnehmern, die die komplette Zeit an Bord blieben, konnten nun noch einmal die Segel gesetzt werden. So wurde die sogenannte dänische Südsee mit ihren Inseln Langeland und Ärösköbing in dieser Woche umrundet, um dann wieder zum Liegeplatz in Kiel
an der Blücherbrücke zurück zu segeln. Das Thema „Umrunden“ sollte uns dann noch bis zum nächsten Törn in zwei Jahren beschäftigen.

2007


Zwei Argumente sprachen für einen etwas längeren Törn. Einmal das Thema „Umrunden“ vom letzten Törn und zum Zweiten die Möglichkeit wieder ein paar neue Hafenstädte in Nord- und Ostsee kennen zu lernen. Durch die Pflichtteilnahme der Regina Maris an der Hansesail in Rostock gab es für uns die Varianten 1,5 oder 2,5 Wochen zu buchen. Wir entschieden uns für die 2,5 Wochen und die Umrundung der dänischen Halbinsel Sealand. Da in diesem Jahr die Teilnehmer nicht komplett aus den Kreisen der Schwaben gewonnen werden konnte, gab es zur Kieler Woche eine Ausschreibung zu der sich dann auch 6 Teilnehmer für diesen Törn meldeten.
Wie in den letzten Jahren wurde die Anfahrt nach Kiel mit dem Bus bewältigt. So war dann auch kein Problem den ersten “Neuen“ in seinem Heimatort in der Nähe von Hildesheim abzuholen. Er erwartet uns am Feuerwehrmagazin mit einem Frühstück, so seine Ankündigung bei Klaus. Das konnte sich dann auch sehen lassen und so hatte Jörg schon am ersten Tag alle auf seiner Seite. Den Zweiten neuen Teilnehmer sollten wir in Hamburg, gleich nach dem Elbtunnel rechts ab, an der ersten Bushaltestelle abholen. Schwer bepackt mit See- und Schlafsack stand an dieser Haltestelle eine junge Dame, die dann auch mit einem freudigen Hallo in den Kreis der Segler aufgenommen wurde.
Der dritte und der vierte Neue kamen in Kiel an der Blücherbrücke, dem Liegeplatz der Regina Maris dazu. Ein Nordfriese und ein waschechter Bayer standen dort, um mit uns die Umrundung der Halbinsel Sealand zu wagen. Doch zunächst gingen wir es gemütlich an und fuhren, leider unter Motor durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Brunsbüttel.
Helgoland sollte von dort unser nächstes Ziel sein. Der Wind frischte auch bei dieser Überfahrt schon auf, doch auf der Fahrt nach dem dänischen Fährhafen Esbjerg wurde es mit dem Wind noch heftiger. Diesen Hafen anzulaufen war Pflicht, kam doch hier eine weitere Teilnehmerin hinzu. Mit der Fähre hatte sie die Strecke von ihrem Heimatort Hamburg nach Espjerg zurück gelegt. Ina konnte leider nicht von Anfang an dabei sein, aber die Erzählungen von Skipper Martin über unsere Törns und auch die „Umrundung“ hatten sie gereizt. Selber Seglerin bei einer Betriebssportgruppe war sie Seegang gewohnt, was einige der Teilnehmer bei der nun doch sehr  heftig gehenden Nordsee nicht von sich behaupten konnten, sie nahmen dann von Esbjerg nach Thyborön, unserem nächsten Etappenziel den Zug. Da es mit dem Wetter nicht besser wurde, schlug Skipper Martin eine Änderung der Route vor. Also doch nichts mit Umrundung. Dafür aber eine tolle Langschaft die sich uns bei der Fahrt durch den Ljmfjord präsentierte. So, konnte auch einmal wieder geankert und ausgiebig gebadet werden.
Das nächste Ziel, die Stadt Alborg, wurde leider mit einer gebrochenen Gaffel erreicht. Ein Halse-Manöver wurde nicht nach Anweisung durchgeführt und die Gaffel des Schonersegels schlug mit voller Wucht gegen die Stahlseile der Mastbefestigung. Nicht gerade begeistert, aber doch in seiner bekannten ruhigen Art, wurde dieses Malör behoben und die Gaffel gegen die vom Besan ausgetauscht. So ging es nur mit zwei Großsegeln weiter zur Insel Läsö und von dort zur schwedischen Stadt Göteborg. Hier wollte Daniela eine weitere Teilnehmerin für die noch restliche Zeit zusteigen. Auch sie wurde, wie bei uns üblich, mit einem Campari-Orange an Bord begrüßt.
Ab jetzt ging es Richtung Süden, denn in 8 Tagen sollten wir in Rostock zur Hansesail ankommen. Doch bis dahin gab es noch einiges zu sehen, zu erleben und zu feiern. Durch das Erfassen der persönlichen Daten für den Zoll, waren natürlich auch die Geburtstage bekannt und so ergab es sich, dass eine der Neuen in diesen verbleibenden Tagen ihren Geburtstag feiern durfte. So wurde Kopenhagen nicht nur zur Stadtbesichtigung, sondern auch zum Beschaffen eines kleinen Geburtstagspräsentes genutzt. Dieses wurde dann in dem kleinen Hafenstädtchen Dragoer, nach einer ausgedehnten Tanzparty an Oberdeck zur Mitternachtsstunde dem Geburtstagskind Hjördis überreicht, verbunden mit einem „Happy Birthday“ von der gesamten Mannschaft.
Wenn auch das Aufstehen dem einen oder der anderen am nächsten Tag etwas schwer fiel, es wurden wieder Segel gesetzt und unter der Oersundbrücke hindurch ging es weiter zur schwedischen Stadt Malmö. Den Abschluss setzte wie bei jedem Törn der Besuch von Neptun dem Herrn der Meere, um den Neuen unter den Teilnehmern die Seetauglichkeit zu bescheinigen.

2009

Beim letzten Törn in Rostock angekommen, stiegen wir in diesem Jahr in Rostock, nach der Hanse-Sail zu. Als geplantes Ziel stand die Stadt Visby, auf der schwedische Insel Gotland auf dem Plan. Doch in diesem Jahr fehlte der notwendige Westwind, der uns im Jahre 2003 von Kiel bis nach Stettin getragen hatte. So musste dieser Plan aufgegeben werden und die Stadt Karlskrona war der nördlichste Hafen bei dieser Reise. Tags zuvor wurde geankert, um auf einer kleinen unbewohnten Insel bei einem Lagerfeuer und zünftiger Gitarrenmusik den lauen Sommerabend zu genießen. Der Wind frischte etwas auf und  so  wurde unser nächstes Ziel, die Insel Christansö, mit flotten 7,8 Knoten schnell erreicht. Weiter ging es zur Insel Bornholm und von dort auf die Insel Rügen nach Saßnitz. Ein kleiner Nachmittagsspaziergang entlang der Kreidefelsen bis zum Königstuhl, war für die wandergewohnten Schwaben kein Problem, ist man doch von der schwäbischen Alb andere Aufstiege gewohnt. Ein weiteres Highlight bei diesem 10. Törn, war der Besuch der Störtebeker Festspiele auf der Freilicht-Bühne in Ralswiek am anderen Ende der Insel. Beeindruckend dann auch am nächsten Tag die Fahrt mit dem Segler vorbei an den Kreidefelsen. Nicht beeindrucken war der immer mehr nachlassende Wind und so wurde wie schon so oft bei dieser Wetterlage das Beiboot zu Wasser gelassen und jeder durfte seine Stand-  bzw. Liegefestigkeit auf der vom Beiboot gezogenen Matratze unter Beweis stellen. Am Ende schafft Skipper Martin aber alle und jeder durfte wieder mehr oder weniger das gute Ostseewasser genießen. Bei flauem Wind kommt man aber nicht gut voran und so war einmal wieder eine Nachtfahrt angesagt. 26,5 Std. Nonstop-Fahrt bis zum Einlaufen in Eckernförde wurden mit einem tollen Sonnenuntergang, einer sternklaren Nacht und einem ebenso herrlichen Sonnenaufgang belohnt. Doch nicht nur die Augen haben bei dieser Nachtfahrt profitiert, auch der Magen, der sich ja nun schon bei fast allen an den Seegang gewöhnt hatte, wurde von Hobbykoch Martin zu Tages- und Nachtzeiten mit allem noch Verfügbaren aus Vorratskammer und Kühlschrank verwöhnt. Die Abschlussfete, bei der sich auch wieder Neptun, der Herr der Meere eingefunden hatte, dauerte dann auch bis in die frühen Morgenstunden an, sodass beim Großreinschiff am nächsten Tag das Wasser nicht nur für das Deckschrubben benötigt wurde.
So zeigte sich Skipper Martin beim Einlaufen in die Kieler Förde nicht nur ein aufgeklartes Oberdeck, sonder auch wieder aufgeweckte Gesichter, die einem weiteren Törn in zwei Jahren gerne entgegensahen.

2011

Dieser wurde auch geplante, wenn auch diese Planung nicht mehr ganz so ablaufen sollte wie in den letzten 20 Jahren. Anreise wird wieder einmal mit der Bahn sein, die Verpflegung soll direkt ans Schiff geliefert werden, die Teilnehmer kommen nicht nur aus dem Betzingen und Umgebung, sondern auch aus dem bayrischen und aus Hamburg. Start in Kiel, Ankunft in Rostock, diese Hafenstädte kennen wir von den letzten Törns, aber 20 Jahre Segeltörn mit der Schützengilde Betzingen sollen vor allem unserem Skipper Martin in Erinnerung bleiben und so wurde ein Bildmodell im Maßstab 1:100 von der Regina Maris erstellt und soll ihm zu diesem Anlass am Ende der Reise übergeben werden.
Was dann auf dieser Reise so alles passiert, wird sicherlich in eine der nächsten Ausgaben des Betzinger Blättle zu lesen sein. Eines ist bereits sicher und fest eingeplant. Das Geburtstagskind aus dem Jahr 2007 ist wieder dabei und kann bei diesem Törn einen runden, für Schwaben sehr wichtigen, Geburtstag feiern.

26.7.2011 / KMT